Im Blumengarten

Auf dem kleinen Festplatz ist auch die Idee für den Blumengarten entstanden. Ich wollte von dort über eine üppige, wildromantische, summende, brummende und zwitschernde Blütenfülle blicken. Man stelle sich also eine vollkommen neu angelegte freie Gartenfläche vor. Nichts als braune Erde, und erst bei genauem Hinsehen ist darin die Einteilung zu erkennen.

Auf rund 400 Quadratmetern habe ich sieben Beete angelegt – das kleinste misst 5 Quadratmeter, das größte 65. Dazwischen verlaufen geschwungene Wege. Die einzelnen Beete sind weiter unterteilt in viele Quadrate von einem Meter mal einem Meter, alle mit einem Gartenstab gezogen. Dieses Raster ist der Grund, warum ich vor der leeren Fläche nicht kapituliert habe. Wer schon einmal mit einem Stapel Staudenlisten vor einem nackten Stück Erde stand und nicht wusste, wo anfangen, kennt diese Lähmung. Ein Quadratmeter aber lässt sich planen. Und sieben Beete sind nichts anderes als viele einzelne Quadratmeter nacheinander.

Wie ich in die Umsetzung komme

Inspiriert von der Idee der Blütenfülle und des Treibens, fing ich an, meinen Blumengarten zu planen. Dabei tauchte ich in die Staudenwelt ein. Bepflanzt hat ihn mein Mann, als ich im Wochenbett mit unserer ersten Tochter lag. Was für ein Geschenk! Ich schreibe das nicht nur als schöne Erinnerung. Ein Garten dieser Größe entsteht selten in der Lebensphase, in der man vielleicht mehr Zeit dafür hätte. Er entsteht mittendrin, zwischen eigenem Hof, vielleicht Kindern und allem anderen. Hätte ich darauf gewartet, würde ich noch immer von ihm vor meinem inneren Auge träumen. Möglich gemacht haben es mir ein zielführender Plan, auf den ich mich immer wieder besinnen konnte, wenn das Leben dazwischen genug Ablenkung bot – und bis heute bietet.

Mein Gartentraum geht in Erfüllung

Und so stand ich an einem der ersten Frühlingsmorgen auf meinem Hof und wartete auf die Lieferung der Stauden. Voller Vorfreude und Spannung darüber, dass dieser Wunsch tatsächlich in Erfüllung geht. Ja wirklich, ich konnte es kaum aushalten. Mein Garten – eine Spielwiese und ein Ort, an dem ich Träume verwirklichen kann. Eine Palette nach der anderen wurde abgesetzt. Der ganze Platz rund um die Windmühle füllte sich mit Kiste um Kiste. Jede einzelne Staude habe ich mit Bedacht ausgewählt – wild, elegant, zart und verwunschen, welch einzigartige Auswahl.

Neben den Stauden erblühen eine Vielzahl an ein- und zweijährigen Schnittblumen sowie Dahlien- und Tulpen und unterschiedlichsten Frühblühern in meinem Garten.

Über 1000 Stauden

Weit über tausend Pflanzen haben nach und nach ihren Platz in meinen Blumengarten gefunden. Eine meiner liebsten Farbkombinationen ist kräftiges Gelb, Rot und Blau aus Sonnenbraut (Helenium-Hybride ‘Moerheim Beauty’), Katzenminze (Nepeta × faassenii ‘Walker’s Low’), Sonnenhut (Rudbeckia fulgida var. sullivantii), Duftnessel (Agastache rugosa ‘Blue Fortune’), Schafgarbe (Achillea-Filipendulina-Hybride ‘Walter Funcke’), Rasenschmiele (Deschampsia cespitosa ‘Goldschleier’) und Großblättrigem Frauenmantel (Alchemilla mollis).

Ebenso wenig komme ich an dieser Zusammenstellung aus Blau, Weiß, Lila und zartem Gelb vorbei: Katzenminze (Nepeta × faassenii ‘Walker’s Low’), Edeldistel (Eryngium alpinum), Witwenblume (Scabiosa caucasica ‘Perfecta Alba’), Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea ‘Magnus’), Bergminze (Calamintha nepeta ‘Triumphator’), Kandelaber-Ehrenpreis (Veronicastrum virginicum ‘Lavendelturm’), Steppen-Salbei (Salvia nemorosa ‘Caradonna’) und Riesen-Schuppenkopf (Cephalaria gigantea).

Jede dieser Stauden ist von mir erprobt, jede Zusammenstellung lässt sich übernehmen, auch auf drei Quadratmetern.

Im November werden zwischen den Stauden morgens die filigranen Netze der Kreuzspinnen besonders schön sichtbar. Tautropfen glitzern darin wie Perlen auf einer Kette. Die Spinnen haben diese zarten Gebilde zwischen den Stängeln der Stauden gesponnen, um damit Insekten zu fangen, manchmal größer als sie selbst. Ich staune immer wieder darüber. Die abgeblühten Stängel lasse ich stehen, darin können sich Insekten im Winter verkriechen. Es ist auch noch im Frühjahr Zeit, sie zu schneiden.

Welch ein Geschenk, dass dieser Garten so geworden ist. Und es ist mir ein ebenso großes Geschenk, dich vor Ort und online in meinen Gartenkursen begrüßen und diese Freude mit dir teilen zu können.

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Der Wunsch vom kleinen (Fest-)Platz