Der Wunsch vom kleinen (Fest-)Platz

Ein lange wenig genutzter, von Bäumen umrahmter Platz ist zu einem Ort des Verweilens geworden, der mit wenig aber gezieltem Aufwand durch Vielfalt und Artenreichtum wertvolle Nützlingsstrukturen schafft– lebendige Kreisläufe, die dein Grün dauerhaft resilienter machen und dabei für eine schmackhaftere Ernte, üppige Blütenpracht sowie dauerhafte Erholung sorgen.

Von diesem Platz aus habe ich die Entwicklung meines Gartens begleitet, Pläne geschmiedet, Ideen verworfen und Visionen weitergedacht. Heute stehen im Schutz der Eiche die gedeckten Tische. Die Enden der weißen Tischdecken flattern im Wind. Auf den Tischen stehen Rosen, Sterndolden, die ersten Sonnenblumen und Dahlien in Vasen. Hier genießt du während meiner Gartenkurse, in denen du alles über die gezielte Umsetzung für dein Grün erfährst, die Köstlichkeiten aus meinem Vielfaltgarten und lässt die vielen Inspirationen ankommen.

Ich habe die Fläche begradigt und den bestehenden Hügel erhöht. Ein zusätzlicher Wasserlauf schafft kühlende Atmosphäre und zieht unter anderem Libellen an, die mich beispielsweise bei Mücken und Forstschädlingen unterstützen. Gegenüber bietet ein großer Natursteinhaufen Lebensraum für die Zauneidechse, die sich dort und in der umlaufenden Natursteinreihe ebenfalls von Insekten ernährt. Unterschiedliche Vögel finden hier ebenso Nahrung. Hecken sowie Totholz- und Benjeshecken schaffen geschützte Rückzugsorte. Selbst die ungiftige Schlingnatter zeigt sich gelegentlich. Doch sie muss um Nahrung nicht konkurieren, denn sie bedient sich – auch von jenen, die sich an Gemüsepflanzen zu schaffen machen.

Im Spätherbst gepflanzt, säumt im frühen Frühling ein Teppich aus Frühblühern diesen Platz: Frühlings-Krokus (Crocus vernus), Schneeglöckchen (Galanthus),Winterling (Eranthis) oder Sternhyazinthe (Scilla sect. Chionodoxa), die schon im Februar ihre Blüten öffnen, aber auch Traubenhyazinthe (Muscari armeniacum), Goldlack (Erysimum cheiri) oder Kegelblume (Echina-cea angustifolia). Nahrungsquellen nach dem Winter für die früh erscheinenden Wildbienen, etwa die Blauschwarze Holzbiene, sowie Hummeln, Schwebfliegen oder Schmetterlinge. In Gedanken an den Frühling höre ich bereits das Treiben und sehe vor meinem inneren Auge das Glitzern der Morgensonne auf den Tautropen der ersten Blüten und Blätter.

So entstehen in der Nähe des Gemüsegartens mit Vielfalt und Artenreichtum wertvolle Nützlingsstrukturen – lebendige Kreisläufe, die dein Grün für dich dauerhaft resilienter machen und nebenbei für eine schmackhaftere Ernte, üppige Blütenpracht und mehr Erholung sorgen.

Auf diesem Platz wurde auch die Idee für meinen Blumengarten geboren – sieben geschwungene Beete. Jede Staude habe ich bewusst ausgewählt: trockenheitsresistent, robust, winterhart, in Freilandkultur gezogen, ohne Chemie. Inzwischen sind hier weit über 1000 Pflanzen heimisch geworden. Begleite mich auf den nächsten Seiten so gerne in den Blumengarten.

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Im lebendigen Gemüsegarten