Große Herbstfreuden für Frühblüher

Wenn im Spätwinter die Natur allmählich aus ihrem Winterschlaf erwacht, steigt mit den

ersten saftig grünen Farbtupfern im kargen Garten die Vorfreude auf das neue Gartenjahr.

All die e ektvollen Zwiebelblumen mit ihren hübschen Farben, zartsü.en Düften und

besonderen Details bilden den Auftakt dazu. Sie blühen bei uns im Garten meist in der

Zeit von Ende Februar bis Mitte Mai.

Ein Meer aus Tulpenblüten erfreut uns jeden Frühling. Dabei sind Sorten wie ’Mistress Mystik’ und ’Rosalie’, die schwarz-rote ’Black Hero’ oder die lilafarbene ’Blue Diamond’. An anderer Stelle bezaubern niedrige Narzissen und die Blüten von Mirabellen mit den Weidenkätzchen.

Wann ist es besser, Blumenzwiebeln zu pflanzen: im Herbst oder im Februar?

Wann ist es besser, Blumenzwiebeln zu pflanzen: im Herbst oder im Februar? Traditionell werden alle Frühjahrsblüher von Ende September bis Ende November – abhängig von der Witterung – in die Erde gesetzt. Dann, wenn es nicht mehr spätsommerlich warm ist, aber der Boden noch nicht gefroren ist.

Vom Wintergefühl zum Frühlingserwachen

Für mich ist ein guter Pflanzzeitpunkt für die Frühblüher, wenn bei mir das »Wintergefühl« einsetzt. Dann ist der Boden schon kühl, die Lufttemperatur kündigt die kalte Jahreszeit an. Und im Ofen knistern die ersten Holzscheite und bringen wohlige Wärme ins Haus. Das ist meist die Zeit von Ende Oktober bis Dezember. Habe ich diesen Zeitpunkt verpasst und ist die Erde bereits durchgefroren, stelle ich die Zwiebeln an einen regengeschützten Platz nach draußen. So bekommen sie für etwa vier bis sechs Wochen den nötigen Kältereiz. Oder ich pflanze die Zwiebeln im Garten in Töpfe. Sie bleiben dann den Winter über dort. Damit die Zwiebeln im nächsten Frühling blühen, benötigen sie einen mehrwöchigen Kältereiz von Temperaturen um 0 °C. Erst dadurch wird das Pflanzenhormon abgebaut, das den zu frühen Austrieb hemmt. Bestimmte Narzissensorten, die zu Weihnachten im Haus blühen, haben den nötigen Kältereiz im Kühlhaus bekommen. Gleiches gilt für Zwiebeln, die Anfang des Jahres gekauft und erst dann in die Erde gesetzt werden. Da die Pflanzen nur einen kurzen Zeitraum oberirdisch zum Austreiben, Blühen und zur Samenbildung zur Verfügung haben, achte ich abhängig von der Sorte auf einen guten Standort. In Staudenbeeten wähle ich einen Platz wenigstens in zweiter Reihe zwischen niedrigen und hohen Stauden, weil dann die welken Blätter weniger au allen. Sie bleiben nach dem Abblühen versteckt stehen, um Reservesto e für das nächste Jahr zu sammeln. Ich pflanze sie im Garten immer tief in die Erde, damit sie nicht knicken, wenn sie blühen. In Töpfen gefällt es mir sehr gut, den oberen Teil der Zwiebel sichtbar zu lassen. Damit sie stabil und sicher stehen, pflanze ich sie in diesem Fall sehr dicht zusammen.

Gut kombiniert

Seit Jahren haben sich bei uns Frühblüher zwischen Bodendeckern wie weiß blühendem Hornkraut und Storchschnabel (Geranium clarkei ’Kashmir White’) bewährt. Auch zwischen höheren Pflanzen wie Katzenminze (Nepeta Å~ faassenii ’Walkers Low’), Herbst-Anemonen (Anemone hupehensis) der Sorte ’September Charme’ und Anemone-Japonica-Hybriden ’Honorine Jobert’ machen sie sich gut. Unter Bäumen oder Sträuchern blühen Traubenhyazinthen und kurze gelbe Narzissen in Gruppen sowie ein Teppich aus Schneeglöckchen. Blumen, die mitsamt der Zwiebel geerntet werden, damit sie für den Transport länger halten, blühen kein zweites Mal, wenn man die abgeschnittene Zwiebel wieder einpflanzen würde. Sie haben keine Möglichkeit, über die Blätter alles in ihrem Speicherorgan Zwiebel zu sammeln, was sie zum erneuten Blühen brauchen. Grundsätzlich kommen die meisten Frühblüher jedes Jahr wieder und/oder vermehren sich. Viele Tulpen bilden nur eine große Zwiebel, aus der sich der Blütenst.ngel schiebt. Daran ansitzend entwickeln sich kleinere Brutzwiebeln, die aber einige Jahre brauchen, bis sie blühen. Daher werden Tulpen meist von Jahr zu Jahr kleiner und verschwinden irgendwann ganz. Wir stocken alle paar Jahre unseren Frühblüher-Bestand um etwa ein Drittel auf.

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Im lebendigen Gemüsegarten